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Abenteuer Zelt aufstellen Milchtransporter unterwegs 98$ das Kilo Castello Blue Cheese Raddampfer auf dem Whanganui-River er wurde zum breiten Strom

Hawera - Palmerston North
Ein junges Paar, das gestern angekommen ist und wohl im Auto geschlafen hat, scheint auf eine Regenpause gewartet zu haben, um endlich ihr Zelt auf dem Nachbarplatz aufstellen zu können. Mit der Aufstellungs-Anleitung in der Hand schaffen sie das aber nicht, ohne dass ein erneuter Schauer ihnen doch alles zuerst nass machen muss. Sie tun mir Leid. Da haben wir's doch noch ein Stück besser in unserem trockenen Stübchen, wo immer alles dabei und gebrauchsbereit zur Hand ist.
Wir prüfen vor der Weiterfahrt nochmals die Wetterprognosen. Die sehen düster aus. Für heute immer noch heftiger Regen. Aber zwischen hier und Wellington sollte es eine Zone geben, die ein kleines bisschen weniger nass wird. Über die Südinsel scheint sich hingegen ab Neujahr ein breites Hoch hinzuziehen.
Wir visieren also für heute Palmerston North an, dann haben wir bis Wellington noch eine Etappe, in welcher sich das Wetter beruhigen sollte, so dass man auch für die Überfahrt einigermassen bessere Voraussetzungen hätte.
Der Taranaki wird heute nicht mehr gesichtet, Regen begleitet uns durch eine Landschaft mit grossen Vieherden, in hügeligen Gegenden mit mehr Schafen und gegen Wanganui fallen sogar Mais- und Kornfelder auf. Dort mündet auch der Whanganui-River ins Meer, der inzwischen zu einem breiten Strom geworden ist, nachdem wir ihn vor drei Tagen als noch jungen Fluss in Taumarunui kennen gelernt und in der Nähe seines Ufers übernachtet haben. Man könnte auf ihm hier sogar ein Rundfährtchen mit einem Raddampfer machen, aber bei diesem Fotzelwetter....
René steht beim Liquor-Land (sprich Schnapsladen) gerade auf die Bremse, nur weil ich etwas von Schnaps gesagt habe, weil es mir vorgestern nicht so gut war. Am liebsten wäre mir ein Grappa, eben, wenn ich wieder mal so unvernünftig so riesige Fleischstücke vertilge. Wie ich aber feststellen muss, sind Spirituosen hier sündhaft teuer. Aber hier wissen sie im Gegensatz zum Duty Free Shop in Sydney, was ein Grappa ist. Sie haben einen einzigen hier, aber mehr als siebzig Dollar zahl ich doch nicht! Nachdem ich aber im ganzen Laden nichts finden kann, für das ich mich erwärmen könnte, komme ich am Schluss doch mit diesem Einen wieder heraus. Es ist immerhin ein Amarone und was haben mir meine Freunde gesagt? Ich solle mir was kaufen, was ich mir sonst nicht leisten würde und das war nun so eine Gelegenheit!
Der Regen lässt auch nicht nach, bis wir in Palmerston sind. Dort decken wir uns im Countdown wieder mit Lebensmitteln ein. Hier haben sie sogar Polenta! Auch einen Kuchenteig finde ich und damit und den frischen Aprikosen mache ich heute gerade eine Wähe. Es hat nämlich auf dem Holidaypark hier in Palmerston North, wo wir unter hohen Bäumen einen Platz bekommen haben, einen einigermassen funktionierenden Backofen.
Das Konzert, das uns die hohen Bäume zusammen mit dem Wind bescheren, wenn die nassen Blätter ausgeschüttelt werden, gehört auch zum noch-nicht-Erlebten und wir hoffen nur, dass der Regen heute nicht auch wieder die ganze Nacht anhält.


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