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zum vorherigen Tag 17. Januar 2012 zum nächsten Tag

im Morgenlicht ist der Zug noch schöner nostlagischer Zug und umschwärmte Pflugschar die ganze Ortschaft Garston die Pastellfarben und die näherkommenden Berge

Kingston - Te Anau
Am Morgen ist das Fieber weg und ich habe kalt. Beim ersten Gang hinaus aufs WC wundert es mich auch nicht mehr, warum. Es dauert nämlich bis ich die Hände gewaschen habe, bis ich wieder durch meine beschlagenen Brille sehen kann. So kalt ist sie in der Nacht im Auto geworden. Und jetzt scheint doch wenigstens draussen die Sonne.
Wir sind heute spät dran und noch bevor wir uns wieder auf Achse begeben, hören wir um zehn Uhr vom nahen Kingston-Bahnhof das Hornen des Flyers, welches vom nahen Berghang mit doppeltem Echo zurückgeworfen wird.
Wenn wir uns nun sputen, können wir den Zug einholen und wir stellen uns ein paar schöne Fotos in der schönen Morgensonne vor, dort wo das Geleise nahe an den Highway herankommt. Wenn man im Zug drin sitzt, hat man diese Möglichkeit ja überhaupt nicht.
Es hat nicht viel Verkehr auf der Strasse. Bis fast nach Lumsden ist es wieder die gleiche Strecke wie gestern, aber in der Gegenrichtung sieht sie doch anders aus. Ich schaffe es, eine ganze Ortschaft auf ein Bild zu bringen. Zuerst ist aus grossen, weissen Steinen am Strassenbord hingelegt, der Schriftzug Garston zu lesen. Dann ist links ein Laden und rechts das Garston Hotel und noch eine Tankstelle und ein weiteres Haus zu sehen und schon ist die ganze Ortschaft Garston vorbei!
Bauern haben hier auf ihren weiten Weiden nicht nur Kühe, sondern auch ziemlich viele Rehe.
Mossburn ist ‚the Deer Capital'. Der Hirsch röhrt immer noch auf seinem Stein beim öffentlichen Allgemein-Picknick-Spiel- und Tummelplatz neben den Kriegsdenkmälern aus dem ‚Grossen' (1. Weltkrieg) mit zehn Namen von Soldaten und dem zweiten Weltkrieg mit dreizehn. Neuseeland muss doch auch sehr involviert gewesenes sein, denn in den vielen Ortschaften trifft man oft auch ein Kriegsdenkmal an. Auf den nahen Hügeln drehen stolz einige Windräder, von denen wir bis jetzt eigentlich nicht sehr viele sahen.
Dann erscheinen die Berge in der Ferne, auf die wir zufahren, immer höher. Wir müssen im Gebiet vom ‚red tussok' noch einen Pass überwinden. Da ist die ganze Landschaft genoppt von den Grasbüscheln, welche die ganzen Berghänge überziehen, aber mir gelingt nicht ein gutes Bild, weil die Sonne sie nicht so golden leuchten lässt, wie ich sie in Erinnerung habe und schon sind sie weg. Es ist sogar ein Naturschutzgebiet und jetzt muss ich mich trösten, bis wir in Twizel sind, dort gibt es auch noch welche.
Te Anau finden wir friedlich wie in unseren Erinnerungen vor. Wir bekommen einen Platz im Top 10, zwar relativ eng, dafür ist man in der Stadt. Wir buchen für zwei Nächte. Ich möchte noch etwas nachschreiben können, aber ich bin so k.o., dass ich überhaupt nicht mag. Nicht mal in die Stadt gehen. Ich will meine Kräfte sparen, um zum Nachtessen auszugehen, das habe ich mir jetzt in den Kopf gesetzt, denn hier hat es eine Auswahl an guten Restaurants.
Wir haben sicher ein gutes erwischt, aber trotzdem muss ich am Schluss einmal mehr sagen, dass es doch gut ist, so wie wir das machen. Denn denen ihre Esskultur…, da kommt zuerst der Salat auf den Teller, natürlich mit Dressing etc., dann kommen die Pommes oder andern Beilagen drauf. Die nächste Schicht ist dann das Entrecôte, (zwar gut), das ist 'topped' mit Zwiebelringen und diese sind nochmals 'topped' mit zwei Spiegeleiern.
Ich habe extra dieses Menü bestellt, damit René die Eier essen kann. Er hat einfach ein Gemüsecurry (sprich sauflé vegetable in a green Sauce with Cashew nuts, served with rice and topped with a joghurt dressing) bestellt. Er hat zwar die Yoghurtsauce nicht bestellt, aber sein Gemüse schwimmt trotzdem in der Sauce und er ist ja kein Saucentiger. Wichtig ist einfach ein Berg auf dem Teller und 'topped' mit irgendwas muss es wohl sein.
Da bin ich doch gerade wieder zufrieden, wenn mir zwischendurch Etwas in der Mikrowelle nicht so gelingt, wie ich mir das vorgestellt habe.


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